Brandon Q. Morris, 27.03.2025
Die Erde ist der einzige Planet im Sonnensystem, auf dem Leben, wie wir es kennen, möglich ist. Aber bedeutet das, dass wir für immer hier bleiben müssen? Wieso es sinnvoll ist, Roboter und Menschen zu unserem Nachbarplaneten zu schicken.
Der moderne Mensch, da sind sich die Paläontologen heute einig, entwickelte sich vor etwa 300.000 Jahren in Afrika. Dort müssen die Bedingungen optimal gewesen sein. Aber er blieb nicht dort. Vor 100.000 Jahren begann er, erst Asien, dann Europa und Australien und schließlich den amerikanischen Kontinent zu besiedeln. Menschen fassten auch dort Fuß, wo die Bedingungen nicht optimal waren – im hohen Norden und tiefsten Süden, auf einsamen Inseln, in Steppen und Wüsten. Das gelang dem Homo sapiens vor allem durch seine sozialen Fähigkeiten – und dadurch, dass er die natürliche Umgebung zu seinen Gunsten verändert hat. Wir haben Häuser errichtet, Straßen gebaut, Klimaanlagen, Heizungen und Kühlschränke erfunden. Es gibt nur wenige Spezies, die bezüglich ihrer Umgebung ähnlich flexibel sind wie der Mensch.
Nun steht der nächste Schritt an. Das Leben hat sich bereits in den Erdorbit ausgebreitet. Menschen leben dauerhaft in einer Umgebung, in der sie ohne Maschinen nicht existieren könnten. Und sie haben weitere Tierarten mitgenommen, absichtlich und unabsichtlich. Vor über fünfzig Jahren waren wir auf dem Mond zu Besuch. Jetzt bereiten wir einen längeren Aufenthalt dort vor. Dabei werden wir lernen, wie wir mit kosmischer Strahlung, langen Zeiträumen von Dunkelheit und niedriger Schwerkraft umgehen.
Der nächste logische Schritt folgt zum Mars. Roboter schicken wir schon fast routinemäßig dort hin. Eine Zeitlang flog sogar ein kleiner autonomer Hubschrauber dort herum und erforschte für uns diese Welt, die der Erde so ähnlich ist und doch ganz anders. Wir wissen heute, dass der Mars einst Wasser besaß. Wie ist es verschwunden und warum? Hat es jemals zur Entstehung von Leben geführt, und wenn nicht, wieso nicht? Welche Prozesse haben den Mars derart verändert, dass wir dort heute nur noch mit der Hilfe von Technik leben können? Und was verrät uns das über die Erde – oder über andere Planeten, von denen es allein in der Milchstraße hunderte Millionen gibt?